Aus der Chronik

Reichenbach setzt sich aus mehreren Ortsteilen zusammen. Im Ortsteil Mittelbach heißt ein Gebiet „in der Höll“. Unweit davon befindet sich der ehemalige Gutsbesitz des Barons von Selteneck, der ehemalige „Höllhof“. Einige hundert Meter oberhalb ragte früher ein Felsen aus dem Mooswald: die Teufelskanzel. Als vor Jahren die Reichenbacher Bauern noch mit dem Pferdefuhrwerk ihren Besitz bestellten, kam es auch manchmal vor, dass einer im Galopp durch die damals noch unbefestigte und holperige Talstraße sein Fuhrwerk lenkte. Welch Krach und Spektakel hierdurch verursacht wurde, kann man sich lebhaft vorstellen. Ein beliebter Ausspruch der alten Leute war damals: „Der fahrt widder druchs Tal wie de Höllteufel“

Am Fasentsonntag 1970 begab es sich, dass der neu gewählte Bürgermeister und 1. Vorstand der Musikkapelle Otto Wußler, sowie die beiden aktiven Musiker Wilhelm Huber und Josef Stern im Gasthaus „Rössle“ an einem Tisch saßen und über die Reichenbacher Fasent diskutierten. Man kam zu der einhelligen Meinung, dass der Fasentsonntag in Reichenbach eher dem Totensonntag gleich käme, und das zur Belebung der Straßenfasent unbedingt etwas unternommen werden müsste. Im Januar 1971 trafen sich die interessierten Fasnachter im Sportheim und es wurde die Narrenzunft Reichenbach gegründet. Zum 1. Vorstand wurde Josef Stern gewählt. Schon an der anschließenden Fasent bewegte sich ein Umzug mit 14 Wagen und Gruppen durchs Tal. Mit dabei waren 1974 zum ersten Mal drei Maskenträger der Narrenzunft Höllteufel. Im Jahre 1975 wurde das Teufelholen durchgeführt, eine Veranstaltung, die zwischenzeitlich weit über die Grenzen Reichenbachs hinaus bekannt ist und von der Reichenbacher Fasent nicht mehr wegzudenken ist.

Zwei Wochen vor der eigentlichen Fasent werden die Teufel mit viel Lärm und Getöse von den Kindern, der Bevölkerung und befreundeten Zünften aus dem Clausenwald gelockt. Mit dem Narrenbaum geht’s dann hinunter ins Dörfle, wo er dann unter lautem Getöse aufgestellt wird. Bis zur Teufelsverbrennung am Fasentdienstag regiert dann die Narretei in Reichenbach. Hier ist besonders der zunfteigene Bunte Abend und der Kinderumzug am Fasentdienstag zu erwähnen.
Neben dem Häs des Höllteufels wurde für den Verwaltungsrat der Zunft die Elferratsuniform entworfen, in der sich auch noch der heutige Narrenrat bei Umzügen präsentiert. 1993 wurde die Narrenfigur des Moospfaff erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Moospfaff ist eine Einzelfigur der Reichenbacher Fasent, welche auf eine alte heimische Sage zurückzuführen ist. Musikalische Unterstützung bekam die Zunft 2002 von der 1999 gegründeten Guggemusik Moosturmgeister. Leider löste sich diese Gruppe 2006 wegen dem Mangel an aktiven Spielern wieder auf.

Im Jahre 1982 konnte die Zunft ihr 11-jähriges Bestehen mit einem großen Umzug feiern. Im Mai des selben Jahres schied Josef Stern, der 11 Jahre lang die Geschicke der Zunft leitete, als Zunftmeister aus. Sein Nachfolger wurde Ewald Gißler. Unter seiner Regie wurde ein großes Zunftprojekt in Angriff genommen, der Bau des Zunftkellers. In den Jahren 1984-1987 wurde der Zunftkeller mit viel Eigenleistung und Engagement fertiggestellt. Seit der Einweihung zur Fasent 1987 ist der Zunftkeller zu einem festen Bestandteil der Reichenbacher Fasent geworden. 1990 übernahm Arno Beiner das Amt des Zunftmeisters. Ihm fiel die Aufgabe zu, das 22-jährige Zunftjubiläum 1993 zu organisieren, dessen Höhepunkt sicherlich der große Umzug in Reichenbach war. In den kommenden Jahren richteten die Höllteufel mehrere Veranstaltungen des Ortenauer Narrenbundes 1981 e.V. aus. Besonders der „Ortenauer Fasentowe“ 1998 war eine Herausforderung und ein großer Erfolg für die Zunft.
Zum Nachfolger von Arno Beiner wurde 1999 Uwe Hugle in das Amt des Zunftmeisters gewählt, unter dessen Leitung die zweite Ausbauphase des Zunftkellers begonnen wurde.

Im Rahmen des 33-jährigen Jubiläums der Zunft im Jahr 2004 wurde der umgestaltete Zunftkeller der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Jahr 2007 standen wie viele Jahre zuvor wieder einmal Neuwahlen an. Da Uwe Hugle schon im Vorfeld ankündigte, nach acht erfolgreichen Jahren als erster Vorstand, sein Amt abzugeben, wurde an der Fasent 2007 schon eifrig nach einem Nachfolger gesucht. Wie sich jedoch bald herausstellte gestaltete sich dies schwieriger als erwartet. Die fehlende Zeit wurde bei den meisten gefragten als Hauptproblem angeben. Schließlich kristallisierte sich heraus, dass eigentlich nur noch ein Vorstandsteam bestehend aus drei Personen die Führung des Vereins erfolgreich und effektiv übernehmen kann. Die Satzung des Vereins wurde auf das neue Vorstandsmodell angepasst und in der Generalversammlung 2007 von den Mitgliedern bestätigt. Anschließend wurde das erste Vorstandsteam der Geschichte der Narrenzunft Höllteufel 1971 e.V. gewählt.

Das Team setzt sich nun aus den 3 gleichberechtigten Vorständen Tina Gißler, Tom Gißler und Klaus Müller zusammen.